22.04.2026

Das politische Jahrbuch für Politik 2025

Das Österreichische Jahrbuch für Politik feiert sein 50. Jubiläum – und widmet sich einem Jahr, das die politische Landschaft nachhaltig verändert hat.

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Ein Standardwerk feiert Jubiläum

Mehr als 220 Gäste kamen ins Parlament zur Präsentation des Österreichischen Jahrbuchs für Politik 2025 – und das aus gutem Grund: Die diesjährige Ausgabe ist die 50. ihres Bestehens. Herausgeber Wolfgang Sobotka würdigte die 65 Autorinnen und Autoren, die mit ihrer Expertise diesen rund 802 Seiten starken Jubiläumsband geprägt haben. Seit fünf Jahrzehnten gilt das Jahrbuch als die erste Referenz für alle politischen Ereignisse in Österreich – gegründet von Andreas Khol, der in den 1970er-Jahren eine verlegerische Lücke erkannte und mit Weitblick schloss.

Demokratie braucht mehr als Schlagzeilen

Bundeskanzler Christian Stocker hob das Jahrbuch als wichtige demokratiepolitische Institution hervor. In einer Zeit, in der Social Media den öffentlichen Diskurs dominiert, biete das Jahrbuch eine Gegenstimme: sachlich, multiperspektivisch und evidenzbasiert. Es mache die Stärke einer pluralistischen Demokratie sichtbar – und stehe für das, was Stocker „intellektuelle Redlichkeit” nennt.

Ein Jahr des Zeitenbruchs

Herausgeber Andreas Khol zeichnet ein ernüchterndes Bild des Jahres 2025: Der Zerfall der regelbasierten Weltordnung, laufende Kriege im Widerspruch zum Völkerrecht und eine wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung prägen das Jahr. Kriegsangst, Verarmungsangst und Überfremdungsangst nennt Khol als vorherrschende Grundstimmungen – Ängste, gegen die politische Akteure nur schwer ankämpfen können, wie Wahlausgänge quer durch Europa zeigen.

Woher kommt die Unzufriedenheit?

Demoskopin Eva Zeglovits verortet den Wendepunkt im Jahr 2022, als die kollektive Stimmung in der Bevölkerung kippte. Seither dominiert Pessimismus – bei Themen wie Arbeit, Sicherheit und Demokratie. Auffällig dabei: Im Privatleben zeigen sich die Menschen durchaus zufrieden, doch das Vertrauen in politische Entwicklungen schwindet. Franz Schellhorn von der Agenda Austria sieht in der ausbleibenden Reformbereitschaft ein zentrales Problem – die letzte große Pensionsreform liegt über 20 Jahre zurück, und das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt heute unter dem Niveau von 2019.

Aufbruch statt Stillstand

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer zeigt sich dennoch optimistisch: Die Regierung Stocker habe bereits erste Reformschritte gesetzt, die Inflation auf zwei Prozent gesenkt und das Wirtschaftswachstum angeschoben. Mit einer gezielten Industriestrategie soll der Industrieanteil am BIP auf 20 Prozent steigen – das erklärte Ziel: Österreich soll in zehn Jahren wieder zu den Top-Ten-Industrienationen weltweit zählen. Wirtschaftsforscher Christian Helmenstein sieht in der ökodigitalen Transformation den Schlüssel dazu – insbesondere der Einsatz von Künstlicher Intelligenz treibe Produktivitätsfortschritte voran, die für nachhaltigen Wohlstand unerlässlich sind.

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