20.01.2026
Dr. Teresa Torzicky
Gründerin BID – Gemeinsam Bildung stärken
Die vergangenen Jahre in der Bildung haben gezeigt: Nicht jede Änderung ist eine Verbesserung, speziell wenn sie in einer Umsetzungsgeschwindigkeit auf das System trifft, die die systemische Veränderungsgeschwindigkeit bei weitem übersteigt.
Auch sollten Veränderungen in der Schule (bzw. im Kindergarten) nicht hauptsächlich von politischen Opportunitäten geprägt sein, sondern die Notwendigkeiten rund um gelungene Lern- und Entwicklungsprozesse in den Mittelpunkt stellen.
Wir bei „BID – Gemeinsam Bildung“ stärken haben vier Erfolgsfaktoren für gelungene Veränderungsprozesse herauskristallisiert:
*) Parteiübergreifende langfristige Strategien:
Internationale Erfahrungen zeigen, dass für die Entwicklung von Bildungsstrategien eine langfristige Perspektive sinnvoll ist. Langfristig gedachte Bildungsstrategien können hier Abhilfe schaffen und sind dann besonders wirksam, wenn sie parteiübergreifend erarbeitet und getragen werden sowie einen breiten gesellschaftlichen Konsens, was die Zielsetzungen betrifft, widerspiegeln.
*) Teilhaben der Beteiligten:
Strategien inklusive langfristige Ziele haben die größte Implementierungswahrscheinlichkeit, wenn bereits bei der Ausarbeitung der Zukunftsbilder und zugehörigen Ziele möglichst viele Personen, die an der Umsetzung beteiligt sein werden, eingebunden sind. Somit braucht es eine Involvierung der Stakeholder-Gruppen Politik, Verwaltung, Lehre, Zivilgesellschaft, Interessenvertretungen, Wirtschaft, Pädagog*innen, Eltern und Schüler*innen, damit ambitionierte Ziele, wie z.B. dass Österreich eines der besten Bildungssysteme der Welt bekommt, auch eine möglichst hohe Umsetzungswahrscheinlichkeit haben.
*) Zeit für kooperative Analyse, Verständnis und Innovation:
Gemeinsame Ziele geben eine Richtung vor, sagen aber noch nicht, wie man diese erreicht. Was die Erarbeitung von Maßnahmen betrifft, gilt: Was man nicht verstanden hat, kann man auch nicht verbessern. Systeme wie das Bildungssystem sind sehr kleinteilig, facettenreich und komplex. Lösungen, die wirklich greifen, brauchen ein umfassendes Problemverständnis, das gesamthaft meist nur in der Zusammenarbeit verschiedener Expert*innen entstehen kann, und anschließend die Zeit, um basierend auf diesem Verständnis Lösungen zu entwickeln, die besser sind als bisher Vorhandenes.
*) Umsetzungsplan inkl. Verantwortlichkeiten:
Wenn dann Ziele und Ideen zu deren bestmöglicher Erreichung vorliegen, ist ein großer Schritt getan. Jedoch ist auch die konsequente Verfolgung von Zielen enorm wichtig, damit Strategien in der Realität ihre Wirkung entfalten und nicht zu Schubladen bewohnenden Papiertigern werden.
Eine Verankerung über den Nationalrat und ein regelmäßiges Reporting an diesen stellen somit einen weiteren Erfolgsfaktor da, um nicht nur die parteiübergreifende Zusammenarbeit langfristig zu gewährleisten, sondern auch sicherzustellen, dass die Umsetzung unabhängig von einzelnen Minister*innen vorangetrieben wird und die Bevölkerung regelmäßig über den Umsetzungsstand informiert wird.