20.01.2026

Simone Weissensteiner M.Sc.

Lehrerin, Supervisorin und Coach

Warum Mental- und Resilienztraining ein fixes Unterrichtsfach werden sollte: 

 Unsere Schulen vermitteln Wissen – aber sie lassen Kinder und Jugendliche oft allein, wenn es um den Umgang mit Stress, Druck, Angst, Misserfolgen und sozialen Konflikten geht. Genau hier entscheidet sich jedoch, ob junge Menschen ihr Potenzial entfalten oder daran zerbrechen. Psychische Belastungen bei Schüler:innen nehmen seit Jahren zu: Leistungsdruck, soziale Medien, Zukunftsängste und fehlende emotionale Sicherheit prägen den Alltag. Mentaltraining und Resilienztraining setzen dort an, wo klassische Unterrichtsfächer enden – bei der inneren Stärke. Ein fixes Unterrichtsfach für mentales Training vermittelt zentrale Lebenskompetenzen: Selbstwahrnehmung, Emotionsregulation, Stressbewältigung, Konzentrationsfähigkeit, Umgang mit Fehlern, Motivation und soziale Kompetenz. Diese Fähigkeiten sind nicht “nice to have”, sondern essentiell für Lernfähigkeit, Gesundheit und langfristigen Erfolg. Resiliente Schüler:innen lernen besser. Wer mit Rückschlägen umgehen kann, bleibt leistungsfähig, zeigt mehr Durchhaltevermögen und entwickelt ein gesundes Selbstvertrauen. Studien zeigen, dass mentale Kompetenzen nicht nur das Wohlbefinden steigern, sondern auch schulische Leistungen und das Klassenklima nachhaltig verbessern. Schule trägt Verantwortung für die ganzheitliche Entwicklung junger Menschen. Wenn wir sie auf Prüfungen vorbereiten, müssen wir sie auch auf das Leben vorbereiten. Mentaltraining ist Prävention: Es reduziert langfristig psychische Erkrankungen, Schulabbrüche, Konflikte und Überforderung – und entlastet damit Lehrkräfte und das Bildungssystem insgesamt. Die Frage ist nicht, ob wir uns Mentaltraining leisten können. Die Frage ist, ob wir es uns leisten können, darauf zu verzichten. Ein Bildungssystem der Zukunft stärkt nicht nur den Verstand und das Wissen, sondern auch die mentale Widerstandskraft seiner Schüler:innen. 

Die Etablierung dieses Unterrichtsgegenstands ist für mich nicht nur eine bildungspolitische Notwendigkeit, sondern eine Herzensangelegenheit, an deren inhaltlicher Entwicklung ich mit voller Überzeugung und großem Engagement gerne mitwirken möchte. 

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