20.01.2026
Michaela Vorlaufer
Institutsleiterin WIFI NÖ
Um das österreichische Bildungssystem bis 2035 effizient, wirkmächtig und zukunftsfähig zu gestalten, wären meiner Meinung nach doch einige Anpassungen notwendig. Dabei sollten insbesondere die Schulbildung, Lehramtsausbildung sowie die Finanzierung und Organisation von beruflicher Weiterbildung an die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung angepasst werden.
- Das Schulsystem sollte eine stärkere Digitalisierungsoffensive durchlaufen.
- Der Fokus sollte auf der Integration moderner Technologien, insbesondere Künstlicher Intelligenz (KI), liegen.
- Das WIFI-Weiterbildungsbarometer 2025 zeigt, dass die Akzeptanz und Nutzung von KI in der Weiterbildung wachsen, aber noch Handlungsbedarf in Bezug auf die Kompetenzen in der Nutzung besteht.
- Schulen sollten daher digitale Kompetenzen, inklusive KI-Grundlagen, fest im Lehrplan verankern, um Schülerinnen und Schüler auf die Arbeitswelt von morgen vorzubereiten.
- Zudem ist es wichtig, Lehrkräfte umfassend in digitalen Tools und KI-Anwendungen zu schulen, sodass sie diese effektiv im Unterricht einsetzen können. Zukünftige Lehrkräfte müssten nicht nur pädagogisch, sondern auch technologisch kompetent sein. Das bedeutet, die Ausbildung rund um digitale Medien, Datenkompetenz und KI-Anwendungen zu verstärken und kontinuierliche Fortbildungsangebote für Lehrpersonen zu entwickeln. Das Ziel sollte dabei sein, Lehrkräfte zu Multiplikatoren für zukunftsorientierte Kompetenzen zu machen.
- Zur Finanzierung der beruflichen Aus- und Weiterbildung sind neue Modelle erforderlich.
- Die aktuelle Investitionsbereitschaft in Weiterbildung ist hoch, doch um die breite Nutzung von KI-Kompetenzen zu fördern, sind gezielte Förderprogramme notwendig. Ein staatlich gefördertes Bildungskonto könnte den Zugang zu lebenslangem Lernen erleichtern und die Eigenverantwortung stärken.
- Zudem sind öffentlich-private Partnerschaften wichtig, um innovative Weiterbildungsprojekte, insbesondere im Bereich KI, nachhaltig zu fördern.
- Die Lernformen sollten flexibler gestaltet und individuell gestaltbarer werden. Das Konzept des Blended Learning, das bereits etabliert ist, sollte noch weiter ausgebaut werden. Flexible Lernformate, die sowohl Präsenz- als auch Online-Komponenten kombinieren, passen ideal zu den Anforderungen einer dynamischen Arbeitswelt und ermöglichen lebensbegleitendes Lernen.
- Ebenso sollte die regionale Verankerung von Weiterbildungsangeboten gestärkt werden, um eine breite Zugänglichkeit sicherzustellen.
- Abschließend sind strategische Initiativen notwendig, die Bildung als integralen Bestandteil der Standortpolitik begreifen.
- Die Entwicklung einer nationalen Bildungsstrategie, die digitale Kompetenzen, Innovation und lebenslanges Lernen in den Mittelpunkt stellt, ist essenziell.
- Durch eine enge Verzahnung von Schule, Hochschule, Berufsausbildung, Wirtschaft und Politik kann Österreich eine lernende Gesellschaft werden, die den Herausforderungen des globalen Wettbewerbs gewachsen ist.