20.01.2026

ao. Univ.-Prof. Dr. Martin Polaschek

Institut für Rechtswissenschaftliche Grundlagen, Bildungsminister a.D.

  • Ein zukunftsfähiges Bildungssystem sollte chancengerecht, kompetenz- und praxisorientiert sein.  
  • Begabungen gehören besonders gefördert.  
  • In der Primarstufe sollte mehr als bisher auf eine gezielte Unterstützung benachteiligter Kinder geachtet werden.  
  • Gerade in den ersten beiden Volksschuljahren sollte die Förderung in diesem Bereich deutlich ausgebaut werden, etwa durch die Beistellung von pädagogischem Unterstützungspersonal.  
  • In allen Schulstufen sollten gezielte Förderpakete für sozioökonomisch benachteiligte Familien eingerichtet werden, ebenso integrative Angebote.  
  • Die „Sonderschule“ sollte daneben grundsätzlich fortgeführt werden, allerdings grundlegend auf ihre zeitgemäße Ausrichtung hin überdacht werden.  
  • In der Mittelschule sollten ab der dritten Klasse eigene Gruppen für besonders Begabte eingeführt werden, um diesen den Überstieg in die Sekundarstufe zu ermöglichen.  
  • Außerdem sollte das System der polytechnischen Schulen überdacht werden und diese vermehrt auf die Förderung vor allem sozial benachteiligter Kinder achten. 
  • AHS und Mittelschule sollten mehr verzahnt werden. Durch einen flexibleren Übergang in verschiedene Zweige der Sekundarstufe soll mehr Bildungsgerechtigkeit und bessere individuelle Förderung ermöglicht werden.  
  • Zur einheitlichen Umsetzung sollten die Schulkompetenzen beim Bund zusammengezogen werden; dies würde viele Standortdiskussionen erleichtern.  
  • Unabhängig von der Kompetenzverteilung sollte schon jetzt für Neubau und Renovierung der Volks- und Mittelschulen (bisher in der Verantwortung der Gemeinden) ein eigener Infrastrukturfonds eingeführt werden. Die Qualität von Schulbauten darf nicht vom Budget der jeweiligen Gemeinde abhängen!  
  • Generell sollte den Schülerinnen und Schülern vermehrt Kritisches Denken vermittelt werden.  
  • Demokratiebildung, Finanzbildung, Medienbildung, usw. gehören ausgebaut, dies kann aber nicht durch die ständige Einführung zusätzlicher Unterrichtsfächer erfolgen. Vielmehr sollte man sich überlegen, etwa die erste sowie die letzten beiden Wochen des Schuljahres aktiv für solche Angebote zu nutzen und dafür externe Expertinnen und Experten heranziehen – nicht alle diese Kompetenzen können beziehungsweise müssen durch Lehrerinnen und Lehrer vermittelt werden. Auch das Sommerschulangebot sowie das Nachmittagsangebot könnte in diese Richtung hin ausgebaut werden.  
  • Generell sollte das Nachmittagsangebot deutlich vergrößert werden, vor allem in Richtung Unterstützung von Kindern mit Förderbedarf sowie hochbegabten Kindern – dass Kinder den Nachmittag nicht in der Schule verbringen, sollte eher die Ausnahme werden.  
  • Die Schulen sollten eine noch größere Autonomie bei den Ressourcen sowie bei der Umsetzung der Lehrpläne erhalten; gleichzeitig sollte die bisherige Form der Zentralmatura überdacht werden.  
  • Die Ausbildung der Pädagoginnen und Pädagogen sollte wie bisher in enger Abstimmung zwischen Universitäten und Pädagogischen Hochschulen erfolgen und die Kooperation und Abstimmung noch mehr vertieft werden. 

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