20.01.2026

Ing. Mag. Manfred Schörghuber

Schulqualitätsmanager, Bereich Pädagogischer Dienst | Fachstab 

  • Viele politische Entscheidungsträger kennen kaum bzw. nur unzureichend das österreichische schulische Bildungsangebot und dessen Zusammenhänge.  
    • Ständige Änderungen, die als der große Reform-Wurf präsentiert werden. 
    • Strukturelle Fehlentscheidungen (Lehrkräfteausbildung auf Master-Niveau bei gleichzeitiger Erhöhung der Studiendauer) führten zum Lehrkräftemangel der letzten fünf bis zehn Jahre.  
  • Quereinsteiger-Regelung mindert die Attraktivität der Lehramtsstudien, wie z.B. in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch. Das wird immer wieder in den Arbeitsgemeinschaften von Lehrkräften bestätigt.  
  • Die Kinder in der Primarstufe (Volksschule) benötigen aufgrund fehlender sprachlicher und kultureller Diversität immer mehr sprachliche und psychosoziale Hilfen, um den Anforderungen gerecht zu werden.  
  • Auch die Lehrkräfte (besonders Quereinsteiger/innen) sind für diesen Mehrbedarf nicht gerüstet, weil die Pädagogischen Hochschulen (sollte eher als Pädagogische Mittelschule bezeichnet werden) und Universitäten nicht über das pädagogische Knowhow passend zur dynamischen Gesellschaftsentwicklung verfügen und somit nicht anschlussfähig ausbilden. Diese Defizite werden an den Mittelschulen fortgeschrieben.  
    • Die Lehrkräfteausbildung sollte grundlegend überdacht und in kompetente Hände gegeben werden. Derzeit geht es ausschließlich um Macht- und Ressourcenkämpfe unter den pädagogischen Lehranstalten.  
    • Parallel zur theoretischen Lehramtsausbildung sollten viele Praxiszeiten (ähnlich den Gesundheitsberufen) verpflichtend absolviert werden.  
  • Beim Übertritt in die Sekundarstufe II (AHS-Oberstufe und BMHS) würde ein Diagnosecheck für D, E, M viele Probleme und Ressourcen sparen helfen. 
  • Zielgerichtete Förder- und Stützmaßnahmen würde die Bildungskarriere erfolgreicher verlaufen lassen als bisher.  
  • Das Schulrecht (SchOG, SchUG, SchZG, PrivSchG, LBVO, Prüfungsordnung, BRP, …) die Lehrpläne (Regellehrplan, Sonderformen, Schulautonomie), das Personalrecht (BDG, GehG, VBG), QMS, die Regionalität, der Wettbewerb an den Standorten, die Autonomie (Schulleitung, Schulbehörde, Schulaufsicht), usw. müssen als Gesamtsystem betrachtet und aufeinander abgestimmt werden. Die meisten derzeit agierenden Personen am BMB, an den BDs, an den PHs, usw. haben ausreichend Expertise, aber man sollte sie permanent evaluieren, mit klaren Aufträgen.  
    • Meiner Erfahrung nach sind externe Berater größtenteils „Schaumschläger“  und selbst inszenierte Experten. Leider fallen unsere politischen Entscheidungsträger/innen allzu oft auf die plumpen Selbstinszenierungen herein, weil sie kaum oder nicht vom Fach Bildung sind. Es braucht eine gute Mischung aus allen Aufgabenbereichen des österreichischen Schulwesens, um die Nahtstellen zu schließen und das Auseinandertriften zu stoppen. 

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