20.01.2026
Ing. Leo Klaffner
Fachschuldirektor in Pension
Die Ausbildung an land- und forstwirtschaftlichen Fachschulen dauert 3 bis 4 Jahre und bietet eine fundierte theoretische und praktische Ausbildung. In den angeschlossenen Lehr- und Versuchsbetrieben werden moderne Produktionsmethoden ausprobiert und vorgezeigt.
Es sollten dabei folgende Ausbildungsziele und Schlüsselkompetenzen erreicht werden:
- Selbstständige Führung eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebes oder Haushaltes
- Erfüllung der multifunktionalen Aufgaben der Land- und Forstwirtschaft
- Fundiertes Fach- und Allgemeinwissen
- Handwerkliche Fähigkeiten
- Persönlichkeitsbildung und -entfaltung
- Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit
- Kreativität
- Selbständigkeit
- usw.
Im Bundesverfassungsgesetz bekennt sich die Republik Österreich zum Prinzip der Nachhaltigkeit bei der Nutzung der natürlichen Ressourcen, zur Sicherung der Versorgung der Bevölkerung mit hochqualitativen Lebensmitteln tierischen und pflanzlichen Ursprungs auch aus heimischer Produktion sowie der nachhaltigen Gewinnung natürlicher Rohstoffe in Österreich zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit.
Der älteste und für die Ernährung der Weltbevölkerung verantwortliche Wirtschaftssektor der Menschheit befindet sich im Wandel:
- Neue Technologien halten Einzug
- Umweltbedingungen sind im Umbruch
- Soziale Ansprüche verändern sich
- Der Strukturwandel zu größeren Betrieben greift um sich
- usw.
In den kommenden Jahren erfindet sich die Landwirtschaft neu. 2035 wird sie daher eine andere sein als heute.
Es ist Aufgabe der Verantwortlichen für das landwirtschaftliche Schulwesen, künftige Generationen auf diese Situation vorzubereiten. Es muss gelingen, möglichst viele Bauernhöfe zu erhalten.
Verstärkt ist im Lehrplan zu verankern:
- GESUNDHEIT fängt im Boden an: Eine Grundvoraussetzung ist das Vorhandensein von ausreichend landwirtschaftlichen Flächen. Der Schutz von Grund und Boden muss oberste Priorität haben – auch bei der Bearbeitung.
- TIERWOHL: Öffentlichkeit und Tierhalter müssen sich einander annähern und dürfen nicht gegeneinander arbeiten
- DIGITALISIERUNG: Die Fachrichtung „Landwirtschaft und Digitalisierung“ muss stärker auf die sich veränderte Arbeitswelt mit den besonderen Herausforderungen in der Land- und Forstwirtschaft vorbereiten
- SCHULAUTONOMIE ermöglicht inhaltliche Schwerpunktsetzungen entsprechend den speziellen Bildungsbedürfnissen der jeweiligen Region
- SCHLÜSSELKOMPETENZEN: Die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler besser erkennen und ihre Kreativität und Selbständigkeit fördern
Als Beispiel sei hier noch gesagt, dass viele Entwicklungen in der Technik durch den Erfindergeist von Bäuerinnen und Bauern entstanden sind.
Unser landwirtschaftliches Schulwesen ist bodenständig, erfolgreich und einzigartig. Mit einer fundierten und praxisnahen Ausbildung werden die landwirtschaftlichen Berufs- und Fachschulen zu Schulen fürs Leben. Den Absolventinnen und Absolventen stehen viele Türen in der Arbeitswelt und auf landwirtschaftlichen Betrieben offen.