20.01.2026

Katharina Lucia L

Maturantin Oberösterreich 

Das Schulsystem ist veraltet und braucht Veränderung. Viele SchülerInnen empfinden Schule nicht als Ort der persönlichen Entwicklung, sondern als Pflicht. LehrerInnen sind überlastet, da sie Diversität, Bürokratie und enge Vorgaben kaum bewältigen können. Ein modernes Bildungssystem muss sinnerfülltes Lernen, gerechte Abläufe und die Bedürfnisse aller Beteiligten in den Mittelpunkt stellen. 

  1. Rolle der Lehrkraft

LehrerInnen haben zu wenig Zeit für individuelle Förderung. Sie sollten weniger als reine Wissensvermittler auftreten und als Lernbegleiter wirken. Dafür braucht es kleinere Klassen, weniger Verwaltung und mehr pädagogische Freiheit. Mentoring-Modelle, auch durch ältere SchülerInnen, könnten Motivation und Selbstvertrauen stärken. 

  1. Sprachförderung und Integration

Sprachliche und kulturelle Vielfalt ist eine Bereicherung, stellt aber Herausforderungen dar. Kinder mit geringer Sprachkompetenz benötigen frühzeitige und kontinuierliche Förderung. Diese sollte Teilhabe ermöglichen, nicht ausgrenzen. Gleichzeitig verdienen Herkunftssprachen Wertschätzung. Interkulturelle Projekte fördern Verständnis und ein starkes Gemeinschaftsgefühl. 

  1. Bewertungssystem

Das klassische Notensystem ist oft ungerecht und abhängig von Zufällen. Gerechter wären einheitliche Tests oder individuelle Lernberichte, die Fortschritte, Arbeitsverhalten und persönliche Entwicklung abbilden. Prozess- statt Ergebnisorientierung sowie Projekte und Portfolios könnten ein realistischeres Bild der Kompetenzen vermitteln. 

  1. Lebensnahe Inhalte

Schule bereitet zu wenig auf das reale Leben vor. Praktische Kompetenzen in Politik, Wirtschaft, Medien, Ethik und Digitalisierung sollten stärker betont werden. Mathematik sollte weniger auswendig gelernt, sondern verständnisorientiert vermittelt werden, mit klaren Bezügen zum Alltag. 

  1. Lernkultur und Motivation

Motivation entsteht durch Sinn, Mitbestimmung und eine positive Fehlerkultur. Fehler müssen als Teil des Lernprozesses gelten. Eine Bewertung, die auch soziale Kompetenzen und Lernfortschritte berücksichtigt, unterstützt jene, die sich bemühen, deren Stärken aber in Prüfungen wenig sichtbar sind.  

  1. Flexiblere Lernwege

Lernen ist individuell, doch das System ist starr. Projektorientiertes Arbeiten ermöglicht selbstständiges Forschen, Teamarbeit und lösungsorientiertes Denken. Kooperationen mit Betrieben und Institutionen sowie sinnvolle Digitalisierung schaffen Praxisnähe. 

  1. Bildung als gesellschaftliche Aufgabe

Ein gerechtes Bildungssystem darf nicht vom sozialen Hintergrund abhängen. Frühförderung, kostenlose Lernmittel und Unterstützung für Familien sind essenziell. Bildung ist eine Investition in demokratische und solidarische Zukunft. 

Fazit 

Das Schulsystem braucht eine grundlegende Neuausrichtung hin zu Kreativität, Kompetenzorientierung und echter Teilhabe. Nur wenn LehrerInnen, Eltern, SchülerInnen und Gesellschaft gemeinsam handeln, kann Schule wieder ein Ort sein, an dem Lernen Freude macht und Zukunft ermöglicht. 

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