20.01.2026

em. HS-Prof. Mag. Dr. Josef Windegger, M.Sc.

Institut für LehrerInnenbildung, Kirchliche Pädagogische Hochschule Edith Stein

Ziel von „Schule“ (vor allem – aber nicht nur – auf der Bedeutungsebene der griechischen Antike und im Sinne eines lebenslangen Prozesses) ist es, ein dem Menschen würdiges Ausmaß an wertschätzender Einbindung in die Gesellschaft zu ermöglichen, also das Spezielle im Generellen zu verorten und zu etablieren – eine bestmögliche Balance von Individualität und Mündigkeit.

Demokratisierung von Bildungsagenden als Regierungs-, Gesellschafts- und Lebensform – auf unumstößlichen Pfeilern wie Freiheit, Menschenrechten, Rechtsstaat, Verteilungsgerechtigkeit etc. ruhend – mit dem Fokus auf elementarer, primärer, sekundärer, tertiärer und zivilgesellschaftlicher Ebene ist die Antwort auf diese Herausforderung.

Konsequenzen fürs Lehren und Lernen sind stichwortartig (Basen für Diskurse) und ohne Anspruch auf Vollständigkeit aufgelistet:

  • Professionalität der Pädagog*innen auf den drei Bedeutungsebenen des Begriffs: 1) Fachkompetenz im Didaktischen und Inhaltlichen, 2) Mut für offenen Diskurs, 3) Begeisternde Überzeugung für die Domäne
  • Leitungskompetenz der beamteten Autoritäten
  • Permanente Fortbildung
  • Individuelle Kommentierung des Leistungsstatus statt Ziffernnoten
  • Schüler*innenorientierung – Nachhaltigkeit/Bewusstseinsbildung – exemplarisches Lernen – Methodenvielfalt – Betroffenheit – Konfliktorientiertheit statt Konkordanz – Diskursfähigkeit – Schüler*innen als Produzierende und Konsumierende – Neutralität – etc. als Konzepte der Didaktik
  • Schüler*innen sind keine „leeren Blätter“, sondern unterschiedlich befüllt, d.h. Einrichtung von „Lernkorridoren“ auch im Sinne der Förderung von (Hoch)begabten
  • Individuelle und kollektive Lernprozesse
  • „Öffnung“ der Schule: interdisziplinär – teamorientiert – projektorientiert – Flexibilität in Bezug auf Zeit und Raum (Abschaffung der Schulglocke!) – intergenerativ – Modularisierung – etc.
  • Erstellung von Regeln in Co-Produktion
  • Elementarpädagogik als wissenschaftlich betreute Basis für effiziente Bildungsprozesse
  • Frühestmögliche Beherrschung der Unterrichtssprache
  • Änderung von nicht mehr zeitgemäßen Bezeichnungen wie „Kindergarten“, „Volksschule“, etc.
  • Professionalisierung der „Erwachsenenbildung“ im Hinblick auf den oben angeführten Zielbereich (Sozialisation der jungen Menschen vor dem Hintergrund lebenslangen Lernens)

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