20.01.2026

Dr. Josef Richard Skumautz ObstltdhmtD a. D.

Oberstleutnant des höheren militärtechnischen Dienstes a. D.

Fundament für ein neutrales Österreich

Österreichs Bildungspolitik bietet (aus meiner Sicht und Erfahrung) ein enormes Verbesserungs- und Aufwärtspotenzial, um einer verfassungskonformen geistigen Sicherheitsvorsorge – wie sie im Neutralitätsgesetz und Artikel 9a B-VG mit der „umfassenden Landesverteidigung“ und „geistigen Landesverteidigung“ gefordert wird – in unserem demokratischen, neutralen Staat gerecht zu werden. Junge Generationen tragen die Verantwortung, die Welt friedvoller zu gestalten. Das gelingt jedoch nur, wenn unser Bildungssystem verfassungskonform nicht nur das Herz, sondern auch realistischer den Verstand formt. Unser System legt bereits Wert auf Herzenswärme, Liebe und Güte – Werte, die in allen Weltreligionen zentral sind und säkular vermittelbar bleiben. Moralische Fragen zur Rolle in Gesellschaft (Eigenverantwortung), Familie und Natur, einschließlich des Umgangs mit physischer und psychischer Gewalt, Katastrophen und Krisen, müssen vom Kindergarten bis zur Universität durchdringen – etwa in Fächern wie Gesellschaftskunde, Psychologie, Soziologie, Recht, Volkswirtschaftslehre; interdisziplinär wie in der Sicherheitspolitik und Friedensforschung notwendig.

Ergänzt werden muss dies durch konkrete intellektuelle Stärkung: eine konstruktiv-kritische Förderung von Wehrwillen und Wehrbereitschaft, um in lebenslanger Prävention Resilienz in unsicheren Zeiten aufzubauen. Lobenswert sind Reformen wie das Recht auf Ausbildung, Maßnahmen zur Inklusion (einschließlich Heilstättenschulen) und aktuelle Initiativen zur Verbesserung der modular gestalteten, kooperativen Lehrformen. Sie fokussieren jedoch zunehmend zu einseitig auf Kompetenzen. Vieles hängt natürlich vom ausreichend vorhandenen und qualifizierten Lehrpersonal und von der Vorbildwirkung der fachlich und organisatorisch eingebundenen Personen im Lehr-, Aufsichts- und Betreuungsbetrieb ab. Eine ganzheitliche Bildung, die Herz (Empathie, Güte) und Verstand (primär Lesen, Schreiben und Rechnen; integral auch kulturelle Unterschiede der Völker, Geostrategie, Neutralität, Demokratie, Diplomatie, Verteidigungsbereitschaft) aufrichtig vereint, schafft glückliche Menschen, Familien und Gesellschaften – und fördert im Sinne des Völkerrechts und der UN-Charta eine friedliche Völkergemeinschaft. Dieser zukunftsweisende, ganzheitlichere Pfad würde im Vergleich zur Gegenwart Stabilität, eine starke Volkswirtschaft (Haushalts- bzw. Budgetpolitik) und ein robustes, neutrales Österreich stärken.

(Leserbrief Salzburger Nachrichten 14.01.2026)

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