20.01.2026

HR Mag. Johann Heuras

Bildungsdirektor für NÖ a.D., Landesrat für Bildung a.D.

Bildung wird in unserer Gesellschaft fast ausschließlich an Schule delegiert. Das ist eine Fehlentwicklung. Die Verantwortung der Eltern, der Familie, der Umgebung muss stärker betont werden, konstruktive Vernetzung und gemeinsame Zielsetzungen erhöhen den pädagogischen Mehrwert für das Kind. Gemeinsame Bekenntnisse zu Schulkultur und Schulklima erzeugen authentische und damit Kinder unterstützende Schulen.

Dazu notwendig gestärkte und mit mehr Kompetenzen ausgestattete Leiterinnen und Leiter von autonomeren Schulen.

Die Lehrerinnen/Lehrerpersönlichkeiten in diesen Schulen sind das Um und Auf, begreifen sich stärker als Team, um effizienter Projekte und begabtenorientierten Unterricht zu ermöglichen.

Eine stärkere Vernetzung ist außerdem zwischen allen Schularten notwendig, um die Durchlässigkeit zu erhöhen und ein Angebot an temporären Probephasen zu ermöglichen. Die Vielfalt der unterschiedlichen Schultypen ist eine positive Besonderheit, die Barrieren an den Nahtstellen müssen aber optimiert werden, um falsche Bildungsentscheidungen zu verhindern.

Als Beispiel sei die besonders nicht kindgerechte Barriere zwischen Kindergarten und Volksschule angeführt. Eine Volksschulpädagogin, die im letzten Semester vor Schuleintritt die Kindergartenassistentin ersetzt und im ersten Semester in der ersten Volksschulklasse die Klassenlehrerin unterstützt, wäre besonders hilfreich.

Ähnliches gilt für die Inklusion: Niemand will einem Kind die Teilhabe an der Gesellschaft verwehren, aber zusätzlich zur Integration im Klassenverband braucht es spezielle Ressourcen für temporäre Kleingruppenbetreuung für Kinder mit besonderen Bedürfnissen mit natürlich speziell ausgebildeten Sonderpädagoginnen. Die räumliche Situation muss überdacht werden.

Damit manches möglich wird, muss die Verantwortung und die Zuständigkeit im Bildungsbereich zunächst klar definiert werden. Der jetzige Kompetenzwirrwarr ist ein Bremsklotz für so manche vernünftige Lösung. Der jahrzehntelange Streit über die Bezahlung und Notwendigkeit von administrativem Personal in den Pflichtschulen ist nur ein Beispiel dafür.

Außerdem darf bei aller Diskussion über neue Fächer die Betonung der Kreativität nicht verloren gehen: Musik, Kunst, Theater,…. kommen immer mehr unter die Räder. Kreative Fächer und Sport stärken die Persönlichkeit der Kinder.

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