20.01.2026

HS-Prof. Mag. Dr. Jörg Spenger, B.Ed.

Vorsitzender des Zentralausschusses für die Bundeslehrpersonen oder Hochschullehrpersonen an Pädagogischen Hochschulen

in Kooperation mit

HS-Prof. Mag. Dr. Johannes Dorfinger – Vorsitzender der Bundesfachgruppe PH in der GÖD

Eine adäquate Weiterentwicklung der Lehrerinnen- und Lehrerbildung vor dem Hintergrund der immer komplexer werdenden Aufgaben des Berufsfeldes und Berufsbildes von Lehrkräften ist notwendig. Dies sollte am Vorbild der seit Jahrzehnten bewährten Pädagogischen Hochschulen in Form von „Schools of Education“ sui generis geschehen.

Das Alleinstellungsmerkmal von Pädagogischen Hochschulen ist eine kompetente fachdidaktische und praxisorientierte Aus-, Fort und Weiterbildung. Insbesondere die eingegliederten Praxisschulen und ein engmaschiges Netz an Besuchsschulen gewährleisten, dass Studierende behutsam und kompetent auf den Einsatz in der Klasse vorbereitet werden. Der Praxisbezug wird auch durch einen großflächigen Einsatz von Lehrenden (Stammpersonal, Dienstzugeteilte und Mitverwendete) mit langjähriger schulischer Erfahrung gewährleistet.

Pädagogische Hochschulen haben sich seit ihrer Neugründung auch zunehmend der Wissenschaftlichkeit und der berufsfeldbezogenen Forschung verschrieben. Jedoch ist hier die Balance zwischen Theorie und Praxis sehr gut gegeben. Zudem bieten die Pädagogischen Hochschulen auch sehr viele Serviceleistungen für unser Bildungssystem, wie etwa eine professionelle Schulentwicklungsberatung.

Die zukünftigen „Schools of Education“ benötigen…

  • weiterhin die Konzentration auf die traditionellen Kernaufgaben von Lehrerbildung, nämlich eine didaktisch hochwertige, professions- und praxisorientierte Aus-, Fort und Weiterbildung.
  • eine „Anstellungspolitik“, die so viele Schulpraktikerinnen und -praktiker wie möglich an die neuen Einrichtungen und ihre Praxisschulen beruft und deren Karrierewege weiterhin im öffentlichen Dienst sichert.
  • deutlich mehr Ressourcen, um den immer vielfältiger und umfangreicher werdenden Aufgaben der Lehrerbildung auch weiterhin gerecht werden zu können.
  • ein treffsicheres Auswahlverfahren von Studierenden, um eine qualitativ hochwertige Ausbildung und beste Lehrkräfte gewährleisten zu können.
  • die Rückkehr zu einem – zumindest teilweise – standardisierten Curriculum mit Spezialisierungsmöglichkeiten, um die Vergleichbarkeit der Abschlüsse und die Mobilität der Studierenden sicherzustellen.
  • eine Stärkung bzw. Attraktivierung der Praxisschulen als Ausbildungs-, Forschungs- und innovative Modellschulen.
  • die Möglichkeit, auch internationale Hochschulverbünde einzugehen.
  • die Implementierung einer eigenständigen Lehramtsausbildung für Inklusion und Sonderpädagogik, um den großen Bedarf an Spezialistinnen und Spezialisten in diesem Bereich abdecken zu können.
  • die Ermächtigung, ein eigenes Lehramtsstudium für die Sekundarstufe I mit dem Fokus auf die sehr anspruchsvolle Mittelschule (inklusive Polytechnische Schule) und einer bedarfsorientierten Fächerbindung zu schaffen, um den bundesweit gestiegenen Bedarf an Mittelschullehrkräften langfristig abzudecken und dafür zu sorgen, dass alle Fächer auch „bedient“ werden können.

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