18.09.2026

How Europe Works: Wie europäische Politik tatsächlich funktioniert

Vom 14. bis 16. September 2026 brachte „How Europe Works: A First-Hand Perspective on European Institutions“ zum vierten Mal junge politisch Aktive aus dem Westbalkan nach Wien. Drei Tage lang ging es nicht um Lehrbuchwissen, sondern um europäische Politik aus erster Hand: Gespräche mit Praktikerinnen und Praktikern, Besuche bei internationalen Organisationen und Austausch mit Gleichgesinnten aus der Region und aus Österreich. Organisiert hat das erste Modul der Campus Tivoli gemeinsam mit dem Robert-Schuman-Institut und dem Wilfried Martens Centre for European Studies, dem Think Tank der Europäischen Volkspartei.

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Von der Idee zur Entscheidung

Den Auftakt machte Präsident Wolfgang Sobotka mit einem Austausch über europäische Prioritäten und die Frage, woran sich politische Führung heute messen lassen muss. Christian Sagartz, ehemaliger Abgeordneter zum Europäischen Parlament, und Thomas Friedrichkeit von der Austrian Western Balkans Academy (AWBA) zeigten danach, wie aus einer politischen Idee eine Priorität und schließlich eine Entscheidung wird – und warum Urteilsvermögen und Kooperation dabei den Unterschied machen. Am Nachmittag ging es zur OSZE: Tabitha Rauscher, Florence Le Clézio und Marco Bonabello gaben Einblick in die Parlamentarische Versammlung und den Dialog zwischen 57 Teilnehmerstaaten. Ein Rundgang durch die politische Geschichte Wiens rundete den Tag ab.

How Europe Works: Erweiterung und Interessenvertretung

Tag zwei führte von der Erweiterungspolitik in die Praxis. Sophia Beiter vom Institut für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM) stellte ihr Projekt „CitizEn“ vor und machte klar: Ein EU-Beitritt ist mehr als Verhandlungskapitel und Benchmarks – er braucht öffentliche Zustimmung und realistische Erwartungen auf beiden Seiten. Thomas Eder vom oiip analysierte das chinesische Engagement am Westbalkan und die Belt and Road Initiative aus europäischer Sicht.

In der Wirtschaftskammer Österreich erklärte Lisa Rilasciati, wie der Binnenmarkt in der Praxis funktioniert und was eine Erweiterung für Unternehmen bedeutet. Marlene Lales zeigte, wie die WKO in Brüssel Interessen vertritt. Eva Dohalová, Internationale Sekretärin der Österreichischen Volkspartei und Vorsitzende der IYDU, stellte die Arbeit von YEPP, JVP und IYDU vor. Am Abend traf die Gruppe Vertreterinnen und Vertreter der Jungen Volkspartei.

Einfluss von außen, Netzwerke nach innen

Am letzten Tag gab George Dimakos vom Wilfried Martens Centre in einem Workshop praktische Werkzeuge für Lobbying und Interessenvertretung mit – für Brüssel und für die Arbeit zu Hause. Dr. Anton Shekhovtsov, Direktor des Centre for Democratic Integrity, beschrieb russische Einflussnahme in Europa und am Westbalkan: von Energie über Kirchennetzwerke bis zu Verbindungen in politische Parteien. Oliver Vujović, Generalsekretär der South East Europe Media Organisation (SEEMO), sprach über Pressefreiheit, Desinformation und Einflussnahme auf Wahlen. Wolfgang Wagner, Leiter der Abteilung Südosteuropa im BMEIA, legte Österreichs langjähriges Engagement in der Region dar. Gábor Berczeli, Direktor des Robert-Schuman-Instituts, schloss mit einer Einheit zum Netzwerkaufbau in Brüssel und Wien.

Europa entsteht auch an den Seitenlinien

Evaluierung und ein gemeinsames Abendessen im Prater setzten den Schlusspunkt. Denn europäische Zukunftspolitik entsteht in Ausschusssälen und Parteibüros – und genauso im informellen Austausch daneben. Genau dafür steht der Campus Tivoli: Wir bringen Menschen zusammen, die Politik aktiv mitgestalten, Ideen weiterdenken und neue Ansätze schaffen. Mehr zu unserer Arbeit zu Geopolitischem und Internationalem findest du im Think Tank, kommende Formate unter Events.

Danke an alle Partner sowie an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer – wir freuen uns schon auf die jungen Europapolitikerinnen und Europapolitiker im nächsten Jahr in Wien.

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