20.01.2026

Dr. Harald Rebhandl

Direktor HTL Waidhofen/Ybbs 

1) Die SchülerInnen stehen im Mittelpunkt 

Ihre Stärken und Schwächen müssen möglichst schnell erkannt werden. Dafür ist eine systematische Übergabe relevanter Informationen an weiterführende Schulen notwendig, um keine wertvolle Zeit zu verlieren. SchülerInnen müssen in der für sie passenden Schulform ankommen und über alle Bildungswege umfassend informiert werden. Aktuell werden z.B. Jugendlichen in der AHS-Unterstufe Informationen über weiterführende Schulen verwehrt!  

2) Begeisterte LehrerInnen als Schlüssel zum Erfolg 

Lehrpersonen müssen für ihren Unterricht brennen – dann überträgt sich diese Begeisterung auch auf die SchülerInnen. LehrerInnen sollten stärker als Lerncoaches und Teammitglieder wirken, während klassische Beurteilungsformen an Bedeutung verlieren. Digitale Lernplattformen und KI-gestützte Tools können Lernstandserhebungen übernehmen, Individualisierung fördern und PädagogInnen entlasten. Weg von der Wissensvermittlung und hin zur Fähigkeit, sich Wissen und Können selbst anzueignen und kreatives Denken zu fördern. 

Die Schulleitungen sollten ihr Personal selbst auswählen können und die Möglichkeit haben, unpassende Lehrpersonen abzugeben. Für herausragende Leistungen braucht es Anerkennung und Belohnungssysteme. 

3) Schulautonomie stärken 

Innovationen entstehen dort, wo Teams überzeugt sind und eigenständig entscheiden dürfen. Die Schulautonomie muss ausgebaut werden – und zwar ohne, dass sie in Bürokratie erstickt. 

4) Digitalisierung als Bildungschance 

Viele Standorte kämpfen noch mit grundlegender Infrastruktur: schneller Internetzugang, Zugang zu KI-Tools, Anschaffung digitaler Lernmittel über das Schulbuchbudget, unzureichende Ausstattung und fehlende IT-Betreuung. Hier braucht es rasche und nachhaltige Lösungen. 

5) Moderne Ausstattung für den besten Unterricht 

Das am Standort verfügbare Budget sinkt seit Jahren, was den Mangel zunehmend verschärft. Obwohl der Anteil am Gesamtschulbudget gering wäre, sind die Auswirkungen enorm.  

Um attraktiven Unterricht mit Individualprojekten abhalten zu können, müssen auch unkomplizierte Anschaffungen möglich sein (etwa Leiterplatten aus dem Ausland kaufen). Eine HTL muss ähnlich wie ein Unternehmen agieren können, etwa durch den Einsatz von Kreditkarten für Individualprojekte.   

6) Ressourcen nicht verschwenden 

Viele Abläufe im Schulalltag sind unnötig aufwendig und könnten effizienter gestaltet werden. Beispiel: Für RDP-Kommissionen sind 5 Personen vorgesehen, für Berufsreifeprüfungen dagegen nur 2 – Verlust wertvoller Unterrichtszeit und Verursachung von Supplierkosten.  

7) Von den Besten lernen 

Jeder Standort sollte seine besten jungen Lehrpersonen (max. 10 Dienstjahre) nominieren, damit sie ihre Expertise an Studierende weitergeben. Derzeit übernehmen das teilweise pensionierte Lehrkräfte. 

Die Digitalisierung muss endlich auch in der Lehrkräfteausbildung umfassend ankommen!  

8) Allgemeines 

Ethik für alle / Erweiterung der Aufgabenbereiche für PD-Stunden (schulautonom) / keine Fremdreinigung! 

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