20.01.2026

Dipl.-Ing. Gunnar Hamann M.Sc.

Schulqualitätsmanager

Das Bildungssystem ist ein Abbild der Gesellschaft und gestaltet gleichzeitig über die Kinder die Gesellschaft der Zukunft. Eine funktionierende Gesellschaft ist daher neben anderen Instrumenten für ein evidenzbasiertes Monitoring mit daraus abgeleiteter Entwicklung langfristig ein wichtiger Indikator. Unsere Schülerinnen und Schüler sollen für verschiedene Zukünfte in einer weiter volatilen, unsicheren, komplexen und mehrdeutigen (VUCA) Welt vorbereitet werden. 

Zentral ist die hohe Durchlässigkeit im österreichischen Bildungssystem im Vergleich zu anderen Ländern. Es gilt, die Freude am Lernen über die ganze Bildungskarriere zu erhalten und dabei vor allem für eine Wissensgesellschaft wie Österreich Leistung positiv zu besetzen. Parallel sollte die zu hohe Vererbung der Bildung in Österreich reduziert werden. Hier ist jede Schulart gefordert. Vor allem ganz am Beginn noch im vorschulischen Bereich braucht es gute Initiativen, damit die Weichen des Lebens nicht zu früh gestellt sind. 

Mit der zuvor beschriebenen VUCA-Welt kommt dem Grundlagenwissen eine hohe Bedeutung zu. Sinnerfassendes Lesen, Schreiben und Rechnen sind die Basis für alles, was folgt und das Fundament für die weiterführende Bildungslaufbahn. 

Der bedachte Einsatz von digitalen Endgeräten auf Basis standortspezifischer pädagogischer Konzepte mit Anwendungen, die einen Mehrwert generieren. Z.B. Lern-Apps mit KI-Integration sollten gefördert werden. Die Medienkompetenz ist nicht nur in den Schulen zentral, sondern auch für die Stabilität der Demokratie in Österreich wesentlich. 

Übergeordnet gilt es, die kindliche Neugier als transversale Kompetenz ein Leben lang zu halten und Kreativität zu fördern, damit die Schülerinnen und Schüler in ihrer Problemlösungs- respektive Zukunftskompetenz gestärkt werden und resilient werden für die vielen Herausforderungen der Zukünfte. 

All dies sollte gemeinsam ermöglicht werden mit der Begleitung durch die regionale Schulaufsicht und so ein Rahmen gespannt werden, der „flourishing“ – Flourishing bezeichnet einen Zustand des Aufblühens und der optimalen Lebensführung, der durch positive Emotionen, persönliches Wachstum und Resilienz gekennzeichnet ist – ermöglicht. Eine gute Kombination aus einem Rahmen ergo Regelwerk und einer Schulkultur, die ein soziales Miteinander lebt und jedem ermöglicht, seine Talente zu entdecken und mit diesen in die jeweils richtige, passende Schule zu gehen. 

Zentral für das „flourishing“ ist eine zuversichtliche Haltung der motivierten Pädagoginnen und Pädagogen, die professionell menschliche Beziehungen zu ihren Schülerinnen und Schülern zulassen bzw. aufbauen und ihnen Ziele zutrauen, die die Schülerinnen und Schüler je nach sozio-ökonomischem Hintergrund selbst für sich nicht sehen. Aus den Reihen dieser Pädagoginnen und Pädagogen werden Schulleitungen aufgebaut, die ihre Schulen gemeinsam mit der Schulaufsicht in diesem Sinne mit den Schülerinnen und Schülern im Mittelpunkt mutig entwickeln und gestalten wollen. 

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