20.01.2026

Mag. (FH) Gertrude Riegler

Sozialarbeiterin, Mutter u.a. eines Kindes mit schwerer Mehrfachbehinderung, Sprecherin der Elterninitiative EIKIB

  • Wesentlich für Bildung sind Pädagogen selbst. Ihre Haltung, die Unterstützungsmechanismen, auf die sie zurückgreifen können, und vor allem genügend Ressourcen sind zentral, wenn das Schulsystem den Blick mehr aufs Kind selbst zulassen soll. 
  • Bedarfsgerechte Finanzierung ohne Deckelung für Kinder mit SPF. Orientierung an realen Schülerzahlen und Fakten (SPF, Diagnosen, Pflegestufe). Bei den Schwächsten zu sparen, untergräbt das gesamte Bildungssystem.  
  • Bildung orientiert sich am Kind, sozio-emotionale Entwicklung stärken 
  • Digitalkonsum, KI, Informationsflut und beunruhigende weltpolitische Veränderungen – hier ist menschliche Zuwendung, Aufmerksamkeit und Beziehung wesentlich. Kleinere Klassen, Teamteaching, ausreichend Personal v.a. bei VS vonnöten. 
  • Möglichkeit von Suspendierungen abschaffen 
  • Schwerpunkt auf sozio-emotionale Bildung: mehr erlebnispädagogische und gruppendynamische Interventionen, um Beziehungsentwicklungen, Eigenwahrnehmung und Reflexion zu stärken. Kinder, die sich in Gruppe wohlfühlen und vertrauensvolle Beziehung zum Lehrer haben, lernen besser, das stärkt ihre Persönlichkeitsentwicklung. 
  • Kindern die Möglichkeit geben, ein Jahr im Kindergarten zu verlängern, wenn Bedarf besteht. Beziehung als Entwicklungsbasis, Schulformen schaffen, die eine spätere Trennung von Kindern ermöglicht.  
  • Inhalt: mehr Umweltschutz, Gesundheit, Pflege, Erste Hilfe 
  • Wiedereinführung von Sonderpädagogischen Zentren: von Inklusionsexperten geleitet, die alle Kinder mit SPF im Überblick haben; Zentren sind die Basis für Entwicklung hin zu einer realisierbaren Inklusion; unterstützen Eltern bei Schulwahl; überlegen, wo Kinder mit Beeinträchtigungen gut und wohnortnah Platz finden; Krisenmanagement.  
  • In 10 Jahren arbeiten Lehrer mit Therapeuten und Sozialarbeitern zusammen; Fachkräfte in den Bereichen Logo-, Ergo-, und Physiotherapie werden vom sonderpädagogischen Zentrum für alle Schulen koordiniert. 
  • 1x pro Monat eine (Fall-) Supervision für Lehrer, um über konkrete Kinder und Situationen zu reflektieren. Supervision verpflichtend bei Integrationsklassen (I-Klassen) und Sonderschulklassen (S-Klassen).  
  • Ausbau von Begleitungsmöglichkeiten für Unterstützte Kommunikation (UK). Fachkraft kommt 2-3 pro Monat für gezielte Sessions zum Kind in die Schule, koordiniert die Versorgung mit UK-Geräten sowie den Austausch mit den Eltern und Pädagogen. Das Erarbeitete wird von Eltern und Pädagogen im Alltag umgesetzt.  
  • Sonderschulen öffnen mit Erweiterung von Integrationsklassen (verkehrte Inklusion) unter gleichem Dach und Schulleiter. Kinder können bei Bedarf wechseln. Viele Sonderschulen hätten gerne Integrationsklassen dabei oder würden gerne die nahegelegene Polytechnische Schule nutzen, dürfen dies aktuell jedoch nicht. 
  • Barrierefreiheit als Grundvoraussetzung bei Neubau. Räume für Kinder mit Förderbedarf mitgestalten (Allgemeine Sonderschule oder Schwerbehinderten-Klassen). Zusätzliche Gruppenräume ermöglichen generell Rückzugsmöglichkeiten.  
  • Bildung sollte weniger politisch, sondern mehr auf Basis von Expertenentscheidungen und Wissenschaft entwickelt werden.  
  • Kinder- und Jugendpsychologie, Entwicklungspsychologie, Soziologie systematisch einbeziehen. 

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