20.01.2026
Bgdr Georg Härtinger M.S.D. M.A.
Militärkommandant Niederösterreich
Mehr Demokratieverständnis, mehr Wehrbereitschaft, mehr Bürgernähe
Wertehaltung und -bewusstsein sind grundlegend
In Österreich ist die geistige Landesverteidigung als Teil der umfassenden Landesverteidigung im Artikel 9a des Bundes-Verfassungsgesetzes festgeschrieben. Geistige Landesverteidigung ist kein militärischer, sondern ein kulturell-politischer Schutzschild, der aber eine immense Auswirkung auf unsere Verteidigungsfähigkeit hat bzw. sogar die Grundlage dafür liefert. Sie soll die Gesellschaft geistig wappnen, damit demokratische Werte auch unter Druck von außen oder innen bestehen bleiben. Sie soll dazu führen, dass die Bevölkerung bereit ist, diese Werte im Anlassfalls zu tragen, zu verteidigen und zu finanzieren. Geistige Landesverteidigung bedeutet die Stärkung des demokratischen Wertebewusstseins einer Gesellschaft, um sie gegen äußere und innere Bedrohungen widerstandsfähig zu machen. Ein oft gebrauchter Terminus lautet: Resilienz. Die Fähigkeit, Krisen, Stress oder Rückschläge zu bewältigen und sich davon zu erholen, ohne dauerhaft Schaden zu nehmen. Hebel, um Resilienz zu gewährleisten sind Öffentlichkeitsarbeit und Politische Bildung
Keine Insel der Seligen
Der Ukraine-Krieg zeigt, wie politische Einflussnahme, hybride Kriegsführung und Desinformation ineinandergreifen: gezielte Cyberangriffe auf Energie- und Kommunikation, die Verbreitung von Fake News sowie die Unterstützung prorussischer Gruppen. Ein Beispiel ist die systematische Streuung von Narrativen, die die Verantwortung für den Krieg verschleiern oder westliche Sanktionen delegitimieren. Es kommen auch andere Staaten als Schauplatz Hybrider Kriegsführung ins Spiel, obwohl der Krieg andernorts stattfindet. Der Bericht des DSN sagt: Zweck dieser verdeckten Kampagne war, die öffentliche und politische Meinung zum Nachteil der Ukraine und zum Vorteil Russlands zu manipulieren. Nach Bekanntwerden betonte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, Österreichs Gesellschaft müsse wehrfähiger werden, also resilienter
Bundesheer als Wertevermittler
Das Bundesheer konnte zwei große Erfolge erzielen. Zum einen wird der Aufbauplan 2032+ und damit die Heerstellung einer echten Wehrfähigkeit fortgesetzt, zum anderen ist der Zuspruch zum Bundesheer weiter gestiegen. Militärkommandos und Kasernenstandorte schaffen durch Kennenlernen eine Vertrauensbasis. Diesen Weg gilt es fortzusetzen, genauso wie alle Maßnahmen die den zweiten zentralen Hebel, die Bildung betreffen. Die Wehrbereitschaft liegt bei rund einem Drittel, bei den wehrfähigen jungen Männern bei rund der Hälfte. Daher wurde eine Reihe von Maßnahmen gestartet, es werden neben militärischen auch zivile Info-Offiziere ausgebildet, die geistige Landesverteidigung wird im Fach Geschichte verstärkt behandelt. Wir müssen im Bereich Bildung für junge Menschen noch mehr tun. Was letztlich aber nicht nur das Bundesheer und seine Personalgewinnung stärkt, sondern Wertehaltung und Demokratiebewusstsein aller Menschen in Österreich