20.01.2026

Prof. Ernst Smole

Internationales Nikolaus Harnoncourt Forum für Kunst, Bildung & Wissenschaft Wien 

ÖSTERREICHS SCHULE – DER WEG AUS DEN KRISEN  

Krise (lat. crisis): Höhepunkt eines Konfliktes, dem chronische Systemstörungen vorausgehen. Der mit Bildungsagenden überlastete Bund (Schulträger/Dienstgeber) trägt lt. B-VG die Verantwortung für diese Krisensymptome:  

a- Vermehrt lese-, schreib und rechenschwache Maturanten und Pflichtschulabgänger, die 
in der Schule nicht zum konsequenten Arbeiten (Lernen) angeleitet worden sind.
b- Ein steigender Mangel an Arbeitswilligen und Arbeitsfähigen, steigende Zahl an NEETs.
c- Betriebe bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück – gebremstes Wirtschaftswachstum.
d- Sinkende Lernergebnisse der Schulen bei steigenden Kosten.
e- Die Zuwanderung ist daran zu rund 1/3 beteiligt, 2/3 sind hausgemacht: eine PädagogInnenbildung, die den Lehrern nicht das vermittelt, was sie brauchen, um vor der Klasse und den Eltern zu bestehen (Kommunikationskönnen), hindernde schulföderale Strukturen.
f- Diese Strukturen verunmöglichen, evidente Dienstpflichtverletzungen (etwa teils massenhafter grundloser Entfall von Unterricht) zu verhindern. 

 

Sanierung:  

1) EINE GEZIELTE PÄDAGOGINNENBERUFSAUSBILDUNG 

Eine neue PädagogInnenBERUFSausbildung, die das Wirken von Unis und PHs strikt, aber einander ergänzend trennt und sich in eine Orientierungsphase (Praxis), die Wissenschaftsphase (praxisfrei) und Berufsbildungsphase (primär Praxis) gliedert. Bei der schulischen Vermittlung von Wissen kommt es zu rund 80 Prozent auf das WIE (Kommunikationskönnen) und nur zu 20 Prozent auf das WAS (Stoff) an. Kommunikationsstarke Lehrpersonen haben weniger Probleme mit Gewalt in den Klassen. Nutzung von KI/Robotic zum Deutschlernen & Gewaltprävention.  

2) NEU SCHULFÖDERALISMUS – EIN ENTWICKLUNGSTURBO 

Lt. weltweiter Evidenzen fungieren in den erfolgreichsten Schulsystemen die Gemeinden – die „Bürgerebene“ – als verantwortliche, hoch autonome und vom Bund wirkungs- und hilfreich kontrollierte Schulträger/Dienstgeber. Die „Reformpartnerschaft 6. Juni“ öffnete die Wege dorthin – „Bestleistungsorientierter, aufgabengeleiteter Föderalismus“. Gemeinden sind in allen Vertrauensrankings führend – eine Riesenchance!  

3) MATHEMATIK – 2er SPLITTING „ALLTAGSRECHNEN & HÖHERE MATHEMATIK“  

Derzeit: Kostenintensiv, des Alltagsrechnens nicht mächtige Pflichtschul- und AHS/BHS-Absolventen, steigende Nachhilfekosten, keine Förderung der Hochbegabten(!), primärer Verursacher von Burnout, Sinnkrisen und psychischen Problemen von Schülern und Lehrern.  

4) STEIGERUNG DER ANSTRENGUNGSBEREITSCHAFT DER SCHÜLER 

Anstrengung verliert ihren Schrecken, wenn Anstrengendes Teil der alltäglichen Normalität wird – etwa der Erwerb des gekonnten Lesens, Schreibens und Rechnens (Abstraktionsfähigkeit – Intelligenzturbo) durch realistisch dosierte(!) tägliche Hausübungen.  

5) LEISTUNGSSTARKE DIREKTOREN 

Direktoren mit Lebens- und Berufserfahrung abseits der Schule, mit breiter allgemeiner Erkenntnisfähigkeit (Intelligenz) und funktionierender Intuition – „WIE mache ich am kürzesten Weg WANN das RICHTIGE?“ 

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