20.01.2026

Dr.in Christine Fröhlich

Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde 

Bildung, Gesundheit und Soziales sind untrennbar miteinander verbunden. 

Gesundheit und Bildung beginnen vor der Geburt.  

  1. Langfristige Folgen von Stress in der Schwangerschaft -> Schwierigkeiten bei Aufmerksamkeit, Planung, Impulskontrolle, Arbeitsgedächtnis, Sprachentwicklung, v.a. bei chronischem, starkem Stress (z. B. schwere Belastungen, Depression, Gewalt) 
    • Unsere Aufgabe: die vielfältigen, auch finanziellen Belastungen junger Eltern passgenau nach Bedarf reduzieren, flächendeckende „Frühe Hilfen“ als kostenfreie Unterstützungsangebote ab Schwangerschaft absichern oder ausbauen, je nach Bedarf.  
  1. Ein Riesenproblem: Die Generation Alpha (Geburtsjahrgang 2010-25) hat keine Erfahrungen mehr mit einem Leben ohne digitale Medien – sie werden bald Eltern, aber ihre (Klein-)Kinder müssen die reale Welt explorieren.  
    • Elternkompetenzen stärken: ab Geburt weitere Konzepte neben den „Frühen Hilfen“ verwirklichen. Das ist unsere effektivste Möglichkeit, frühkindliche Bildung zu unterstützen als Basis für die weitere Bildungslaufbahn.  
  1. Schon jetzt großer Anteil an Kleinkindern mit wenig (körperlichen und geistigen) Lernerfahrungen im Alltag, was die Arbeit derElementarpädagog*innen sowichtig macht, aber auch sehr erschwert und unter den gegebenen Bedingungen überfordert. 
    • Aufwertung der elementaren Bildungsberufe in der Ausbildung und in der gesellschaftlichen Hochachtung. Der Erfolg dabei wird in den nächsten zehn Jahren einen Unterschied in der Wirkmacht des Bildungssystems machen. 
  1. 25-30% aller Kinder haben chronische Krankheiten oder Entwicklungsstörungen. Wir müssen diesen Kindern eine Bildungskarriere ermöglichen mit individuell bestmöglichen Lernerfolgen, damit sie dann in einem Arbeitsverhältnis zu persönlichem und gesellschaftlichem „Wohlstand“ beitragen. 
    • Diese Kinder müssen frühzeitig, spätestens im Kindergarten, erkannt und entsprechenden kostenfreien und gut erreichbaren Therapien zugeführt werden. Dafür gibt es Konzepte, denen die Bildungscampi bereits nahekommen: eine integrierte Bildungs-Gesundheits-Sozial-Institution an einem Standort mit verschränkten Kindergartengruppen und Schulklassen, Räumen für Diagnostik, Einzel- und Gruppentherapien, School- und Kindergarten-Nurses und mit Sozialarbeit, die nicht nur für Schüler*innen, sondern auch besonders für niederschwellige Elternberatung und -bildung da ist. Für inklusiven Unterricht brauchen die Pädagog*innen größere und kleinere Kindergartengruppen und Schulklassen (passend zu der Aufnahmefähigkeit und Irritabilität der Kinder) und Fachassistenzen bei Bedarf.
  1. Angesichts der fortlaufend sinkenden Geburtenzahlen ist unser zukünftiger Wohlstand davon abhängig, das Potential an Bildung und sozialer Kompetenz optimal auszuschöpfen.
    • Tiefgreifende Reformen in der Ausbildung aller pädagogischen Berufe, damit diese für eine inklusive Zukunft gerüstet sind und es als Ziel machbar sehen, alle Kinder einer Gruppe/Klasse zu ihren eigenen persönlichen Höchstleistungen zu bringen. 

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