20.01.2026
Anton Kasser
Landesrat, Bürgermeister a.D.
Gedanken zur Bildung
Bildung ist das Fundament unserer Demokratie. Dabei stellt sich für mich eine wesentliche Frage: Verändern wir uns in unserem Zusammenleben, in unserem Demokratieverständnis, weil wir durch eine gute Bildung dazu fähig sind, oder verändern wir unser Bildungssystem, weil wir es an die gesellschaftlichen Entwicklungen anpassen, wo das Recht des Stärkeren immer mehr an Bedeutung gewinnt und ein kritisches Hinterfragen der Entwicklungen keinen Platz mehr hat?
Die Bildung in unseren Schulen ist längst nicht mehr nur mit der Wissensvermittlung beschäftigt. Vielmehr muss die Schule die einfachen Dinge des Zusammenlebens vermitteln. Es fängt damit an zu grüßen, Bitte und Danke zu sagen, und Meinungsverschiedenheiten einfach auszureden.
In Zeiten, in denen die meisten Informationen über Social Media konsumiert werden, wird es immer wichtiger, die richtigen kritischen Fragen zu stellen: Was ist wahr und was ist eine Lüge, wem vertraue ich und wer meint es nicht gut mit mir? All das fordert im Besonderen die jungen Menschen sehr. Schule kann und muss eine wesentliche Stütze sein.
Bildung ist differenziert zu sehen. Die Stadt hat andere Herausforderungen als das Land. Jede Schule ist anders und dafür sollte auch der entsprechende Freiraum vorhanden sein.
Das Wichtigste an jeder Schule ist ein engagiertes Lehrerteam. Es bestimmt den Schulalltag und legt die Leistungsparameter fest. In den Klassen und auch in der gesamten Schulgemeinschaft ist ein gutes Miteinander sehr wichtig. Die Verbundenheit mit der Schule, mit den Mitschülerinnen und Mitschülern und auch mit den Lehrenden schafft das Gefühl von Zugehörigkeit und Gemeinschaft. Zu einem guten Gelingen von Schule und Bildung braucht es natürlich die Eltern und die Familien. Bildung kann nur im Miteinander erfolgreich sein. Schüler, Lehrer und Eltern – alle gemeinsam sind für eine gute Ausbildung unserer Kinder verantwortlich. Fällt ein Teil aus, so kann dieser nur schwer von einem anderen Teil ersetzt werden.
Die Infrastruktur und Ausstattung unserer Schulen unterstützt das große Vorhaben einer gelungenen Bildung für unsere Kinder. Schule muss ein Ort des Wohlfühlens sein, ein Ort, wo die Kinder gerne hinkommen und Freude erleben. Die Gemeinden und das Land leisten hier Großartiges, denn unsere Schulen sind bestens ausgestattet und bieten eine gute Grundlage für eine gelungene Bildungsarbeit für unsere Kinder.
In meiner Jugend hatten wir wenig Möglichkeiten aber große Sicherheiten, wir konnten uns auf die wenigen Möglichkeiten, die wir hatten, verlassen. Heute werden den Jugendlichen viele Möglichkeiten geboten, jedoch gibt es wenige Sicherheiten, weil die Veränderungen schnell und vielfältig passieren. Die Bildung muss mit diesen Rahmenbedingungen zurechtkommen. Das Geheimnis liegt im Miteinander aller Beteiligten – den Schülern, den Lehrenden, den Eltern und den Schulerhaltern. Wenn das funktioniert, ist eine gute Ausbildung unserer Kinder gesichert.